Der Reichenstein
Im Juni 1873 holten sich die Grazer Frischauf und Juraschek den Paltentaler Bauern Krachler, um das damals Unglaubliche zu wagen: die Besteigung des Admonter Rechensteins. Souverän brachte Krachler (etwas angeschlagen vom vortägigen Weingenuss) die städtischen Gäste zum höchsten Punkt des Dreizacks. Weitere Begehungen blieben den damals großen Namen vorbehalten: 1. führerlose Begehung, Draxler/Heinzl/Friedl, erster Alleingang: Heinzl. Die erste Winterbegehung vereichnete Emil Zsigmondy, Eduard Pichl überschritt als erster die W-O-Verbindung (N-S, Zsigmondy). Das Husarenstück am Reichenstein, die gesamte Überschreitung im Winter, gelang dem Duo Brunnhuber/Abl im März 1946. Untrennbar mit den Reichenstein ist der Name Hubert Peterka verbunden: seine Durchstiege, insbesonders der senkrechte Nordostpfeiler gelten noch heute als die alpine Herausforderung im Gesäuse.

Der Reichenstein ist bis heute jungfräulich geblieben. Sein „Normalanstieg“ weist Schwierigkeiten im II. Grad auf. Als Schlüsselstelle gilt die Herzmann/Kupferplatte, aber auch so manche Steilstufe danach erfordert Trittsicherheit. Dennoch, sein Gipfel zählt zu den schönsten der Ennstaler Alpen. Tipp für Kletterer: Der Ostgrat auf das vorgelagerte Totenköpfl (III) in Verbindung mit der Ostwand des Reichensteins gilt als eine der beliebtesten Touren im Gesäuse.